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Suchtprävention im Unternehmen: Warum ein ganzheitliches Konzept unverzichtbar ist

Suchtverhalten im Arbeitsumfeld ist ein Thema, das lange unterschätzt wurde und auch heute noch vielfach tabuisiert ist. Doch Studien zeigen, dass etwa 5% der Mitarbeitenden eine manifeste Alkoholabhängigkeit haben und bis zu 10% von Abhängigkeiten jeglicher Art betroffen sind. Weitere 15–20% gelten als suchtgefährdet. Diese Zahlen sollten für jedes Unternehmen ein Weckruf sein, zumal Suchtverhalten nicht nur die Produktivität, sondern auch die Sicherheit, das Arbeitsklima und letztlich den Unternehmenserfolg erheblich gefährden kann.


Eine moderne Unternehmensberatung rät deshalb dazu, Suchtprävention als festen Bestandteil des betrieblichen Gesundheits- und Risikomanagements zu verankern und aktiv in Führungskräfteentwicklung sowie Prozessoptimierung einzubinden. Denn Prävention beginnt immer bei einem umfassenden Bewusstsein – sowohl bei Führungskräften als auch bei Beschäftigten.

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Sucht erkennen: Frühwarnzeichen gezielt wahrnehmen

Häufig fragen Führungskräfte: „Wie kann ich überhaupt erkennen, ob ein Mitarbeiter ein Suchtproblem hat?“ Tatsächlich sind die Anzeichen oftmals subtil. Statt einer klassischen Diagnose geht es in der Praxis eher darum, Veränderungen zu beobachten. Besonders hilfreich ist dabei ein Perspektivwechsel: Nicht „Hat jemand ein Suchtproblem?“ sollte die Frage sein, sondern „Hat sich bei dieser Person etwas auffällig verändert?“.


Erste Indikatoren können sein:

  • Persönlichkeitsveränderungen (z. B. Reizbarkeit, Rückzug, Stimmungsschwankungen)

  • Veränderungen im äußeren Erscheinungsbild (z. B. Vernachlässigung, starke Gerüche)

  • Abweichungen im Arbeitsverhalten (z. B. plötzlicher Perfektionismus, auffällige Flüchtigkeitsfehler)


Auch Kollegen spielen hier eine wichtige Rolle. Ein sensibilisiertes Team kann Auffälligkeiten schneller wahrnehmen und ansprechen. Entscheidend ist, dass Führungskräfte und Mitarbeitende keine Angst davor haben, Hinweise zu geben. Eine Unternehmenskultur, in der Unterstützung vor Vorwürfen steht, kann hier entscheidend sein.



Homeoffice & hybride Arbeit – ein Risiko für Suchterkrankungen?

Mit der Verlagerung vieler Arbeitsplätze ins Homeoffice hat sich die Herausforderung verschärft. Studien aus der Pandemiezeit zeigen, dass Einsamkeit, weniger soziale Kontrolle und Stress dazu führen können, dass Menschen häufiger zu Suchtmitteln greifen. Gleichzeitig sinkt die Chance, dass Führungskräfte oder Kollegen problematische Entwicklungen bemerken.


Die Lösung liegt auch hier in einem durchdachten Konzept: regelmäßige Präsenzzeiten, feste Teamtage oder hybride Strukturen können helfen, ein Gespür für die Mitarbeitenden zu behalten. Eine Empfehlung aus der Führungskräfteentwicklung lautet deshalb, zumindest ein bis zwei Präsenztage pro Woche zu ermöglichen, damit Führungskräfte weiterhin authentisch führen und frühzeitig Präventionsgespräche anbieten können.



Prävention als Teil der Unternehmenskultur verankern

Suchtprävention ist kein isoliertes Projekt, sondern sollte immer Teil eines übergreifenden Gesundheitsmanagements sein. Ein wirksames Gesamtkonzept umfasst unter anderem:

  • Betriebsvereinbarungen mit klar definierten Regeln zu Alkohol, Medikamenten und Cannabis

  • Schulungen für Führungskräfte, wie sie frühzeitig Fürsorgegespräche führen können

  • Anlaufstellen wie interne Suchtbeauftragte oder externe EAP-Angebote

  • Unterstützungsangebote für Betroffene, zum Beispiel Entwöhnungsprogramme oder Kooperationen mit Beratungsstellen

  • Regelkommunikation, um Suchtprävention immer wieder sichtbar zu machen


Positivbeispiele gibt es genug: Unternehmen, die frühzeitig Betriebsvereinbarungen zur Suchtprävention aufgestellt und Prozessoptimierungen in der Prävention umgesetzt haben, berichten von nachhaltig stabileren Teams, sinkendem Krankenstand und weniger Arbeitsunfällen.



Digitale Sucht: Das unterschätzte Risiko

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die zunehmende Abhängigkeit von digitalen Medien. Viele Unternehmen beobachten, dass Mitarbeitende durch ständige Erreichbarkeit, Social-Media-Konsum oder Online-Spiele abgelenkt sind und dadurch Stress und Leistungsabfall entstehen. Die Forschung spricht hier bereits von digitalem Stress – eine ernstzunehmende Gefährdung psychischer Gesundheit.


Auch hier gilt: klare Rahmenbedingungen statt Verbote. Sinnvoll sind unternehmensweite Regeln zur Erreichbarkeit, zur Nutzung digitaler Medien im Arbeitsalltag und zu Pausenzeiten. Führungskräfte können als Vorbilder agieren, indem sie selbst medienfreie Meetingkultur etablieren und aktiv ihre Pausen kommunizieren. Das stärkt die Resilienz des Teams und senkt das Risiko, in digitale Süchte abzurutschen.

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Praxistipps für Führungskräfte

Führungskräfte haben eine Schlüsselrolle in der Suchtprävention. Daher hier einige direkt umsetzbare Praxistipps:

  • Lernen Sie Ihre Mitarbeitenden kennen – nur dann fallen Ihnen Veränderungen auf

  • Führen Sie regelmäßige, persönliche Gespräche und fragen Sie explizit nach dem Wohlbefinden

  • Nutzen Sie konkrete Beobachtungen („Mir ist aufgefallen …“) statt Interpretationen („Du bist sicher süchtig …“)

  • Bieten Sie Hilfe an und kennen Sie Ihre internen sowie externen Unterstützungsangebote

  • Sorgen Sie dafür, dass es im Unternehmen einen klaren Stufenplan für solche Fälle gibt

  • Schulen Sie Ihr Team im richtigen Umgang mit Auffälligkeiten


Solche Maßnahmen zahlen direkt auf eine gesunde, produktive Unternehmenskultur ein. Damit wird nicht nur die Mitarbeitendenbindung gestärkt, sondern auch die Reputation des Unternehmens als verantwortungsvoller Arbeitgeber gefestigt – ein Aspekt, der gerade im Fachkräftemangel nicht zu unterschätzen ist.



Fazit: Suchtprävention ist Zukunftssicherung

Unternehmen, die Suchtprävention strategisch in ihr Gesundheitsmanagement integrieren, investieren langfristig in ihr wertvollstes Kapital: ihre Mitarbeitenden. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Arbeitsverdichtung, hybrider Arbeitsformen und gesellschaftlicher Veränderungen wird das Thema noch wichtiger.

Eine qualifizierte Unternehmensberatung kann Sie dabei unterstützen, ein passgenaues Konzept zu entwickeln, das von klaren Regeln über die Schulung von Führungskräften bis hin zu individuell zugeschnittenen Präventionsprogrammen reicht.

Wenn Sie darüber nachdenken, Prävention, Führungskräfteentwicklung und Prozessoptimierung in Ihrem Unternehmen ganzheitlich zu verbinden, ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. Denn wie bei jeder Prävention gilt: je früher, desto besser.


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